Bastard Club Osnabrück
Date: 
11.04.2018
Beginn: 
20:00
Einlass: 
19:00
The Weight:
(...) Schon das eröffnende Hard Way verdeutlicht dies eindrucksvoll. Dem harten Einstiegsriff gesellen sich überschäumende Lebensenergie und der ungebrochene Optimismus einer Band bei, die weiß, was einem Musiker auf seinem beschwerlichen Weg des Rock’n’Roll geschenkt wird: nämlich nichts. Der inhaltliche Leitfaden des gesamten Albums ist damit grob umrissen. Besonders die wunderbar ausgeflippte Single Trouble, wie auch die Mitsinghymne Inside vereinen fragenden Zweifel und trotzige Jetzt-Erst-Recht Mentalität überzeugend auf klassischer Hitlänge. Dass das kreative Potential von THE WEIGHT damit noch lange nicht ausgeschöpft ist, stellt das den engen Rahmen einer Radiosingle sprengende Klangemälde Hammer, Cross & Nail mit seinen ausufernden Instrumentalpassagen unter Beweis. Solch darstellerischer Gestaltungswille wird in Rich Man’s Pride, das in dieser Hinsicht auch einem Ennio Morricone Soundtrack entsprungen sein könnte, schließlich auf die Spitze getrieben. Spätestens jetzt lässt sich erahnen, wie sehr sich THE WEIGHT von zeitgenössischen Produktionstechniken entfernt haben, um aus dem unendlichen musikalischen Reservoir der Vergangenheit zu schöpfen. Das abschließende Plenty of Nothing wirkt in diesem Zusammenhang wie eine letzte affirmative Bekräftigung: der treibende Rhythmus, die elegischen Refrains und das hymnische Finale legen die volle Pracht der Klangentfaltung offen. "Don't you feel like a little wheel? Keep on spinning – that's the deal!" Mit dieser Maxime entlassen uns THE WEIGHT aus ihrem Album, während wir uns weiterdrehen im Rad der Zeit, das für niemanden still steht – auch nicht für die Stadt Wien und ihre Ringstraße. Und gerade hier hat erst der Zahn der Zeit bewiesen, welch ein Gesamtkunstwerk eigentlich vor uns liegt. Das Ganze ist eben immer mehr als die Summe seiner Teile. Möge THE WEIGHT ein ähnliches Schicksal vergönnt sein.
 
Wolvespirit:
(...) Liebe als Motor ist die eine Seite auf dem neuen Album, das von Andrija Tokic (Alabama Shakes) in Nashville, Tennessee aufgenommen wurde. Die andere Seite beschwört uns, auch in dunklen Zeiten den Kopf nicht in den Sand zu stecken. Der Opener „You Know That I'm Evil“, die Gedichtvertonung „Still I Rise“, deren aufrüttelnde Vorlage eine Sklavin verfasste, vor allem aber die hochemotionale und bittersüße Achterbahn „Road of Life“ erzählen davon, nicht aufzugeben. „Bei den Aufnahmen zu dieser Nummer wurde ich sehr von Johnny Cash inspiriert“, erzählt Debbie. „Seine berührende Geschichte gab mir viel Kraft.“ In Nashville, eine Stadt, deren Wirkung die Sängerin mit der eines berauschenden Parfums vergleicht, durchlebte sie all diese Emotionen erneut. „Therapiearbeit“, sagt sie dazu.
Wir haben es doch gesagt: WolveSpirit sind anders. Ein Song ist bei ihnen nicht nur ein Song. Ein Konzert nicht nur ein Konzert, ein Plattencover nicht nur ein Plattencover. Jedes Puzzleteil ist Ausdruck einer tiefen inneren Überzeugung und nur da, weil es wichtig für das Gesamtbild ist. Nichts dient als Füllmaterial, nichts als Marketing-Tool. Das zwang die Band in den letzten Jahren zu vielen Kompromissen, das stellte sie immer wieder vor die Frage, ob diese DIY-Mentalität aufrecht erhalten werden kann. „Blue Eyes“ dokumentiert eine Band, die sich glücklicherweise durch nichts von ihrem Kurs abbringen ließ. Und stärker denn je zurückgekehrt ist – mit einem Album, das aus allen Hochs und Tiefs ein faszinierendes Stück zeitloser Rock-Tugend geschmiedet hat. Trends werden kommen und gehen. Ein Album wie „Blue Eyes“ wird bleiben.
 

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